Picasas Gesichtserkennung

Commandante

Ich nutze Googles Picasa nun schon seit 5 Jahren und bin immer noch begeistert davon. Alle Versuche mich an eine andere Software zu gewöhnen sind bisher erfolglos geblieben. Entweder fehlten Funktionen oder ich fand es einfach nicht “schick” genug. Picasa ist und bleibt für MICH das beste Freewaretool zum sortieren und ordnen von Fotos. Ich beschränke mich hier absichtlich auf das Sortieren - die an Board befindlichen Tools zum bearbeiten von Bildern nutze ich eher weniger – auch wenn ich sagen muss, dass die Ergebnisse gar nicht so schlecht sind.  Vorgestern kam endlich die deutsche 3.6er Version von Googles Picasa heraus. Die für mich beste Neuerung: die automatische Gesichtserkennung!

Auf meiner Festplatte befindet sich im Moment knapp 20.000 Fotos und selbst mit einer guten Software wie Picasa fällt es schwer da einen Überblick zu behalten. Da kommt eine Gesichtserkennung gerade richtig um diesen Berg von Daten noch besser zu sortieren. Aber warum ausgerechnet die Sortierung nach Gesichtern? Ich suche total oft nach Fotos mit einer bestimmten Personenkonstellation. Bisher musste ich mir immer überlegen wann und wo die gesuchten Personen zusammen waren um dann die entsprechenden Ordner mühsam von Hand zu sichten. Das geht nun wunderbar einfach: anklicken welche Personen auf einem Bild sein sollen und zack bekommt man die entsprechenden Bilder angezeigt. Aber vor der Anwendung kommt die Vorbereitung: das Scannen!

Am Anfang landen alle Bilder erst mal in den Ordner “Unbekannt”. Dabei sortiert Picasa allerdings schon nach Gruppen. Bedeutet: die Bilder die für Picasa ähnlich sind werden nebeneinander dargestellt.  Dabei beschränkt sich das Programm auf die Darstellung der Gesichter und zeigt nicht das komplette Bild an. So man direkt um welches Gesicht es gerade geht. Das komplette Bild kann aber schnell mit einem Klick angezeigt werden. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn man die Person selber nicht gut erkennt. Die erkannten Gesichter ordnet man nun Profilen zu. Ein Profil sollte mindestens aus dem Namen bestehen, kann aber weitere Informationen wie die E-Mail Adresse beinhalten. Picasa fängt dann sofort an die bekannten Gesichter in die entsprechenden Ordner zu packen. Kann das Programm ein Bild nicht zuordnen, sei es weil es noch kein Profil gibt oder es das Gesicht erkennt, verbleibt es im Ordner für unbekannte Gesichter. Aus diesem Ordner kann man dann jeweils  gleich mehrere Bilder markieren und sie neuen oder schon angelegten Profilen zuweisen. Die Fehlerquote beim Erkennen ist dabei erstaunlich gering! Wenn ich mir vorstelle, dass das BKA sicher eine sehr viel bessere Software hat macht mir das schon ein wenig Angst :-) .

Natürlich kann und will man nicht alle Gesichter einsortieren. Leute die man nicht kennt oder nicht kennen will brauchen natürlich keinen eigenen Ordner. Solche Gesichter ignoriert man einfach und Picasa schiebt diese Bilder in einen eigenen Ordner.  Praktisch dabei ist, dass Picasa auch hier die Bilder nach Ähnlichkeit sortiert. So kann man den Bildern später ohne Problem ein Profil zuordnen.

Die Möglichkeit zum ignorieren ist absolut notwendig! Das Programm arbeitet sehr “gewissenhaft”. Das bedeutet: werden nicht nur die Gesichter im Vordergrund gescannt sondern alle Gesichter egal wie klein es ist! Auch wenn es nur im Hintergrund zu sehen ist.  Wie das aussieht kann man auf einem der Screenshots sehen! Plötzlich lacht einem ein komplettes Handballstadion zu und man hat noch nie eine der Personen gesehen. Zum Glück kann man die Bilder massenhaft markieren um sie Profilen zuzuweisen oder zu ignorieren. Es werden aber nicht nur “reale” Personen gescannt.  So habe ich mich an einer Stelle gefragt wo und wann ich jemals Costa Cordalis fotografiert habe. Ein Klick auf das Gesicht zeigte mir dann aber, dass ich Costa nur Nebendarsteller auf einer Wand im Hintergrund war.

Ein kleines Manko hat die ganze Sache allerdings. Das scannen dauert verdammt, verdammt, verrrrrrrrrrrrrrddaaaaaaaaaaaaaaammmmmmmmmmmtttttttt lange. Insgesamt hat es um die 12 Stunden! gedauert bis alle Bilder gescannt und zugeordnet waren. Die Arbeit die ich dabei investieren musste (nicht erkannte Bilder zuordnen und Profile anlegen) war vergleichbar gering. Picasa macht das echt erstaunlich gut! Letztendlich wird sich die Zeit die ich investiert habe auszahlen.

Ihr merkt…ich bin begeistert…und das obwohl ich für diese Meinung nicht bezahlt werde :-) .

Scannen & Einordnen

Wenn sich das Programm nicht sicher ist, ob es ein Gesicht richtig zugeordnet hat, fragt es nach

Ganzes Handballstadion ignorieren

Wann habe ich Costa fotografiert?

Costa - die Auflösung

Das könnte dich interessieren:


One Response to “Picasas Gesichtserkennung”

Leave a Reply